Beschlussvorlage - BV Pin GV 467/20

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Beratungsfolge

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Sachverhaltsdarstellung:

Der Gemeinde Pinoow liegt ein Antrag auf Ausweisung des Alten Crivitzer Landwegs (Flst. 66 der Flur 1 der Gemarkung Petersberg) als Denkmal vor (sh. Anlage).

Die Ausweisung von Denkmalen erfolgt beim Landkreis Ludwigslust – Parchim undist daher dort zu beantragen.

Der Weg ist Bestandteil des mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Jahr 2016 geförderten Räuber-Röpke-Pfads.

Hier wurde eine Tafel mit nachfolgenden Text (verfasst von Herrn Remmel) an dieem Weg aufgestellt:

Die Alte Crivitzer Landstraße

Nachdem 1841 die heutige B321 als Kunststraße angelegt worden war, verlor die   "Crivitzer Landstraße" ihre Funktion. Bis dahin war sie seit alters her ein stark frequentierter Land- und Frachtweg von Schwerin ins östliche Mecklenburg, der zudem bei Pinnow den aus Norden kommenden Wismarer Frachtweg aufnahm, der weiter über Crivitz und Parchim ins Brandenburgische führte. Dass in alten Zeiten die Straßenräuber einem solchen große Beute  versprechenden Frachtverkehr nicht widerstehen konnten und hier in den sogenannten Stahlbergen ihr Unwesen trieben, ist nachvollziehbar.

Der Flurname "Stahlberg" ursprünglich "Stuhlberg"verweist auf den Richterstuhl im sogenannten Hegegericht, das an jenem Ort (hier in den Stahlbergen) unter freiem Himmel tagte, an dem das Verbrechen geschah. Bei Straßenraub wurden in der Regel Todesurteile ausgesprochen. Der letzte Raubmord an einem Frachtfuhrmann fand "am Stahlberge auf der Schwerin-Crivitzer-Chaussee" immerhin noch im Februar 1888 statt.

Die hiesige Bevölkerung hält mit der Sage vom Räuber Röpke die Erinnerung an diese Räuberzeit lebendig.

Die Alte Crivitzer Landstraße steht zudem in Verbindung mit überregionalen  historischen Ereignissen: 1675 zogen sich die von den Brandenburgern in der Schlacht von Fehrbelin geschlagenen Schweden auf der Crivitzer Landstraße / Wismarer Frachtweg in ihren sicheren Hafen Wismar marodierend zurück.

1806, nach der für Preußen verlorenen Doppelchlacht von Jena und Auerstedt, war es Generalleutnant Fürst Leberecht von Blücher, der versprengte preußische  Truppenteile gesammelt hatte und sich mit seinem auf 21000 Mann angewachsenen Kontingent in Richtung Lübeck zurückzog, wobei seine Hauptkräfte ebenso wie die ihm auf dem Fuße verfolgenden Franzosen diesen Landweg benutzten. Blücher war gezwungen, den Franzosen immer wieder kleinere Rückzuggefechte zu liefern. Am 2. November 1806 etwa kommt es zwischen Crivitz und Kladrum zu einem Reitergefecht, wobei das Rudorff'sche Husarenregiment, die leichte französiche Kavalerie unter Prinz Bernadotte (ab 1818 als Karl  XIV. Johann König von Schweden) zurückwirft. Das gleiche gelingt nochmals am Störübergang in Schwerin-Mueß.

Im August 1813 waren es wiederum größere Teile der unter dem Kommando von General Graf Wallmoden stehenden  Nordarmee der verbündeten Preußen und Russen, deren Hauptkräfte entlang der Crivtizer Landstraße in Richtung Hamburg zogen, um das XIII. französische Korps unter Marschall Davout zu binden und zu verhindern, dass dessen Korps Napoleons Hauptarmee unterstützt, die sich bei Leipzig (Völkerschlacht im Oktober des Jahres) konzentrierte.

 

 

 

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Gemeinde Pinnow beschließt, einen Antrag auf Ausweisung des Alten Crivitzer Landwegs (Flst. 66 der Flur 1 der Gemarkung Petersberg) als Denkmal bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreise Ludwigslust – Parchim einzureichen.

 

 

 

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Finanzielle Auswirkungen:

keine

 

 

 

 

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Anlagen

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