27.05.2021 - 6 Bericht des Wasser- und Bodenverbandes zum Sett...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Gremium:
- Gemeindevertretung Gemeinde Tramm
- Datum:
- Do., 27.05.2021
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 18:30
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Herr Behr begrüßt noch einmal Frau Oleak von WBV sowie Herrn Sandrock und Herrn Wichmann vom Ing.-Büro Bio Plan und bittet die Anwesenden um Erläuterung des Konzepts zur Seesanierung Settiner See.
Daraufhin erläutern Herr Sandrock und Herr Wichmann anhand einer Präsentation zu Ursachen der schlechten Wasserqualität sowie die Möglichkeit zur Sanierung des Sees anhand des erarbeitete Konzepts.
Festzuhalten bleibt:
- Es hat eine Voruntersuchung der Wasserqualität stattgefunden, welche darauf hinweist, dass nachfolgenden Gründe zur schlechten Wasserqualität beitragen
- absinkender Wasserstand (fallender Grundwasserspiegel) sowie kein Zu- und Ablauf in den See
- Selbst die unterirdischen Wasserleiter (Grundwasser) fließen größtenteils aus dem See ab. Nur ein Grundwasserleiter (ca. Höhe Weide/Ostufer) fließt in den See.
- sehr geringe Wassertiefe des Sees, im Mittel lediglich 1,50 m
- erhöhter Phosphor-Eintrag in den See durch rastende Wasservögel (Gänse) ca. 43 %
- Weidehaltung von Jungrindern auf einer seeangrenzenden Weide östlich des Sees (ebenfalls zusätzlicher Phosphor-Eintrag)
- falscher Fischbesatz (Silberkarpfen bzw. Karpfen allgemein)
- ungünstige Schlamm- bzw. Bodenverhältnisse im See, d.h, der sehr flüssige Schlamm im See wird durch den Wind immer wieder aufgewirbelt und durch den See verschoben (fließt so zusagen im Kreis)
- Der in 2019-2020 durchgeführte Versuch mit der Einbringung von Kalziumperoxid wurde in 2020 erfolglos abgebrochen, da keine Verbesserung eingetreten ist
- Im Ergebnis der Auswertung der negativen Einflüsse auf die Wasserqualität wäre gemäß Wasserrahmen-Richtlinie eine Verbesserung der Wasserqualität um 2 Stufen besser möglich.
Somit würde sich die Wasserqualität verbessern (Sichttiefe), eine größere Artenvielfalt entstehen bzw. sich ein besserer bzw. günstigerer ökologischer Zustand entwickeln und der Phosphateintrag minimiert werden.
- Diese Verbesserung kann aber nur durch verschiedene Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden
- Abfischen der Silberkarpfen und Reduzierung der anderen Karpfenarten (kein Nachbesatz mehr)
- rastende Wasservögel vergrämen
- die Weidefläche auf der Ostseite des Sees umnutzen zur Grünlandwiese/Graswiese
- die fließenden Sedimente im See (Schlamm) verfestigen
- Wasserpflanzen (vorzugsweise Krebsschere) einsetzen, die die fließenden Sediment festigt und absinken lässt.
Dadurch soll erreicht werden, dass das Wasser tiefer und sauberer wird. Gleichzeitig sorgt die Krebsschere für eine bessere ökologische Zusam-
mensetzung im See und trägt zusätzlich zur Verbesserung der Wasser-
qualität bei.
Im Anschluss an die Präsentation erteilt Herr Behr Herrn Schmökel das Wort bzw. es werden Fragen zugelassen.
Herr Schmökel berichtet, dass sich der Angelverein mit dem Gutachten zur Seesanierung befasst hat und den jetzigen Vorschlag mit der neuen Wasserpflanze (Krebsschere) eher kritisch sieht. Aus Sicht des Angelvereins ist die Wasserqualität zwar nicht die Beste, allerdings wurde der Fischbesatz entsprechend angepasst und die jetzt heimischen Arten sind ausgeglichen im See vorhanden. Des Weiteren bemängelt Herr Schmökel, dass für die Bestandsaufnahme in 2019 und 2020 gerade die heißesten Jahre sowie die niedrigsten Wasserstände in die Bewertung eingeflossen sind. Seiner Meinung nach ist damit das Ergebnis zumindest leicht verfälscht, da mehr Wasserstand im See vermutlich auch bessere Ergebnisse hervorrufen würde.
Aus Sicht des Angelvereins ist das Hauptproblem der stetig fallende Wasserstand bzw. der nicht mehr vorhanden Zu- bzw. Ablauf des Sees. Damit ist das Gewässer jetzt isoliert und alle Einträge verbleiben im See.
Frau Oleak erläutert, dass das Problem der fallende Grundwasserstände in ganz Mecklenburg-Vorpommern zu verzeichnen ist und in den letzten 30 Jahren der Wasserstand Landesweit um ca. 1,00 m gefallen ist. Diese Bild haben wir auch im Settiner See. Hinzu kommt, dass durch die Melioration der Lewitzregion der Einzugsbereich des Settiner Sees verändert wurde und die Hochmoore Klinker Plage sowie Torfmoor (Tramm) nicht mehr zum Settiner See und weiter führend zur Warnow, sondern jetzt über den Gramnitzbach in Richtung Elde abfließen.
Als letztes berichtet Herr Schmökel, dass er verwundert aufgenommen hat, dass die Wasserqualität nicht so gut sein soll. Gemäß der regelmäßigen Kontrolle der Badestellen durch den Landkreis wird die Wasserqualität regelmäßig als gut bis sehr gut bezeichnet.
Herr Sandrock erläutert, das im Zuge der Kontrolle der Badewasserqualität nur bestimmte Parameter (meist nur auf Bakterien usw.) geprüft und kontrolliert wird.
Im Anschluss erfolgt noch ein kurzer Austausch zu den o.g. Punkten.
Im Anschluss an die konstruktive Diskussion schlägt Herr Behr vor, die endgültige Entscheidung zu diesem Thema zu vertagen und auf der nächsten Sitzung abzuschließen.
- nach Abschluss dieses TOP verabschiedet Herr Behr um 20.40 Uhr die Gäste der heutigen Sitzung -
